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 Die Historie von 1933-1958

 

 Diese Frage abschließend zu beantworten,dürfte aus heutiger Sicht schwierig sein. Fest steht jedoch, dass unkontrollierte Feuer schon vor Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Herberhausen im Jahre 1933 eine Bedrohung für Hab und Gut der Einwohner Herberhausens waren. So war es schon früh eine Frage des Überlebens, „dem Feuer“ und seiner verheerenden Wirkung Herr zu werden. Nicht zuletzt auch auf „Drängen“ der bereits vorhandenen Brandkassen und der sog. „Obrigkeit“ (Landräte) wurde der Brandschutz vorangetrieben. Dies führte im Jahre 1933 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr und zur Ablösung der Anfang des 20. Jahrhunderts aufgestellten Pflichtfeuerwehr. Der Landwirt Georg Grothey blieb weiterhin an der Spitze der Feuerwehr und wurde erster Gemeindebrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Herberhausen.

 Im Jahre 1934, nachdem eine Mitgliederversammlung am 12.02.1934 die Satzung der Freiwilligen Feuerwehr annahm, beschaffte die Gemeinde Feuerschutzbekleidung einschließlich Helme sowie „gute Ausgehuniformen“ für 30 Mann. Die bereits vorhandene Handruckspritze sowie ein ebenfalls neu beschaffter Schlauchwagen fanden ihren Unterstand in einem Schuppenan der alten Schule in der Oberstraße. Dort wurden auch gelegentlich Unterrichte zur Fort- und Weiterbildung abgehalten, denn ein regelmäßiger Übungsdienst war noch nicht eingerichtet worden. Ebenso verhielt es sich mit der praktischen Ausbildung. Zu Übungen traf man sich nach kurzer Absprache und wenn es die Erntearbeit erlaubte, meistens Sonntagvormittags. Die praktische Ausbildung beschränkte sich überwiegend auf Maßnahmen des Eigenschutzes und der Objektkunde, da die noch zahlreich vorhandenen Bauernhöfe im Brandfall erhebliche Gefahren, wie Einsturz der Überhänge/Vorbauten für die Rettungskräfte bedeuteten. Die Ausbildung am und mit feuerwehrtechnischem Gerät wurde sehr eingeschränkt durchgeführt. Die Gründe dafür waren eine schlechte Wasserversorgung -trotz der ersten vorhandenen Wasserleitung im Landkreis Göttingen- und nicht sehr widerstandsfähiges und somit verschleißanfälliges Schlauchmaterial, was aus heutiger Sicht nicht mehr vorstellbar wäre. Auch die in dieser Zeit bei Einsätzen genutzte Gülle als Löschmittel wäre heute undenkbar. Allenfalls ein heute noch im Sommer niedriger Wasserstand der Lutter als „Wassergeber“ lässt die „Schwierigkeiten“ in der Ausbildung erahnen. Und wurde dann doch einmal „mit Wasser“ geübt oder sogar eine Alarmübung durchgeführt, wobei die Alarmierung über die Kirchenglocke erfolgte, mussten die Schläuche hinterher im Kirchturm getrocknet werden.