... wenn einer eine Reise tut...    

 

… dann kann er was erleben.


Genau so ist es im November 1985 gewesen. Der Heimatverein Herberhausen fuhr seinerzeit nach Irrsdorf, welches geographisch nord-östlich von Salzburg im schönen Salzburger Land liegt, um dort die Salzburger Musikanten mit einem Besuch zu überraschen.
Der Ort Irrsdorf gehört der Gemeinde Strasswalchen an, hat ca. 1000 Einwohner und natürlich eine eigene Feuerwehr. Viele Mitglieder der Reisegruppe waren aktive Feuerwehrleute (unter ihnen auch der damalige Ortsbrandmeister Hermann Linne), und die Neugierde war schnell geweckt, wie es um das „Feuerwehrwesen“ im benachbarten Ausland bestellt war. Schnell war erkundet, dass das Feuerwehrhaus in Österreich „Zeugstätte“ heißt und nicht wie ursprünglich vermutet, ein dem Rotlichtmilieu zuzuordnendes Etablissement beherbergt. Die Freude war groß, als die „Zeugstätte“ in Irrsdorf gefunden wurde, und selbstverständlich musste der Bus halten, um dieses Gebäude in Augenschein zu nehmen. Es wird den geneigten Leser nicht überraschen, dass dieses Vorhaben im Dorf nicht unbeobachtet blieb, und so entstanden erste zarte Bande, die sich zu einem regelmäßigen Briefkontakt der Feuerwehrchefs steigerten.

Als 1988 Horst Fehrensen in Herberhausen zum Ortsbrandmeister gewählt wurde, wechselte zufällig auch in Irrsdorf die Führung und Fritz Dirnhammer wurde Kommandant. Der Briefkontakt wurde intensiviert und beschlossen, sich im größeren Rahmen persönlich kennenzulernen. Pfingsten 1989 war es dann soweit, die Feuerwehr Herberhausen auf großer Tour. Per Bahn ging es in die Alpenrepublik, und alle waren sich einig, es war großartig. Wir wurden auf das herzlichste begrüßt, aufgenommen und versorgt. Dafür, dass wir uns noch nie gesehen hatten, verstanden wir uns auf Anhieb sehr gut. Eine Stadtbesichtigung in Salzburg, eine Fahrt zum Wolfgangsee und natürlich ein Kirchenbesuch rundeten das dreitägige Programm ab. Niemand wird überrascht sein, dass noch vor Abfahrt Richtung Göttingen ein Gegenbesuch vereinbart wurde, und zu Pfingsten 1990 kamen die Irrsdorfer zu uns. Auch wir hatten einen bunten Strauß an touristischen Attraktionen ausgebreitet und ließen das Wochenende mit allerlei Gästen im Feuerwehrhaus ausklingen. Anlässlich dieses Besuches entstand die Idee des heute schon traditionellen Pfingstbarbecues.
Es erfolgten zahlreiche Besuche zum Irrsdorfer Feuerwehrball Anfang Januar eines jeden Jahres sowie zu offiziellen Anlässen wie zum Beispiel Fahrzeugweihe, Dorffest und ähnlichem. Dabei haben wir die Umgebung intensiv erkundet, das Berchtesgadenerland, der Hochkönig und Salzburg seien hier nur exemplarisch genannt. Auch die Irrsdorfer Kameraden besuchen unser hiesiges Pfingstbarbecue des Öfteren mit einer Abordnung, so dass abschließend resümiert werden kann: Eine wunderbare Freundschaft zwischen beiden Feuerwehren wurde aufgebaut und wird stetig gepflegt.
Zum Schluss der Ausführung sei mir gestattet, noch auf ein paar Kleinigkeiten hinzuweisen, die wir im Laufe der Jahre gelernt haben und vielleicht dem einen oder anderen Touristen in Österreich nützlich sein können:

  •  das rote Licht in der Nähe des Kirchwirtes sind keine Autos auf dem Parkplatz,
  •  marschieren muss man üben,
  •  ein Kirchbesuch gehört immer dazu
  •  setze dich nicht zu nah an einen Kachelofen und
  •  hüte dich vor jungen Damen, die  ein Holzfass mit sich tragen.