Die Brandbekämpfung im Inneren von Gebäuden ist eine der risikoreichsten Arbeiten im Feuerwehrwesen, jedoch aufgrund des hohen Aufwandes einer Echtfeuerausbildung auch eine der am wenigsten Trainierten. Um dieser Diskrepanz entgegenzuwirken, hat sich die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Göttingen dazu entschlossen, 18 Feuerwehrleuten die Teilnahme an dem Lehrgang B100 in der Wärmeerfahrungsanlage (WEA) Potzwenden zu ermöglichen.

Der B100 beinhaltet das richtige und sichere Vorgehen unter Hitzestress, Bewertung und Einschätzung von Gefahrensituationen, die richtige Löschtechnik und den Umgang mit dem Hohlstrahlrohr sowie die Grenzen der persönlichen Ausrüstung.

Die feststoffbefeuerte Anlage bietet dabei die Möglichkeit eines Trainings unter realen Bedingungen (Hitze/Rauch) wie bei einem Zimmerbrand.

In den frühen Morgenstunden wurden die Kameraden zunächst theoretisch auf die bevorstehende praktische Ausbildung vorbereitet.

Nach kurzer Einteilung der Trupps wurden wir von unserem Ausbilder der Fa. Feurex auf den Durchgang der insgesamt drei zusammengebauten Überseecontainer vorbereitet. Der Durchgang aller Container wurde unter „Nullsicht“ durchgeführt, lediglich die Außenwände und das kurze Aufleuchten der Ausbildertaschenlampe konnte zur Orientierung genutzt werden. Neben der Nullsicht machte uns auch die immer stärker ansteigende Hitze zu schaffen. 

In dem ersten Container mussten mehrere Hindernisse überwunden werden. Nebeneinander aufgereihte Autoreifen galt es zu durchqueren, schmale Gänge sowie Höhenunterschiede mussten überwunden werden. Mit den Hindernissen und der schweren, immer wärmer werdenden Schutzausrüstung hatten wir schon genug zu kämpfen, trotz alledem durfte man zu keiner Zeit den Kontakt zum Trupp verlieren.

Die Aufgabe in dem zweiten Container bestand darin eine vermisste Person zu finden, wieder unter Nullsicht. Man musste sich überwiegend auf sein Gehör und Gespür verlassen. Der Raum wurde systematisch von dem Dreiertrupp abgesucht, bis die vermisste Person gefunden wurde.

Es wurde immer wärmer!

WGA Potzwenden_6Der dritte Container, in dem ein Zimmerbrand simuliert wurde, kam immer näher. Der Raum wurde nur kurz betreten, um einen ersten Eindruck von der Hitze zu bekommen. Schnell wurde dieser wieder verlassen, um in den ersten Container zurückzukehren. Hier musste der Hindernisparcour erneut durchquert werden. Anschließend ging es wieder in den befeuerten, ca. 180°C heißen Container zurück. Hier wurde uns von unserem Ausbilder gezeigt, wie die Rauchgase später abgekühlt und das Feuer gelöscht werden sollte. Zudem wurde uns verdeutlicht, wie schnell die Grenzen unserer Ausrüstung erreicht werden. Die Hitze war jetzt deutlich auf der Haut zu spüren. Liegen, sitzen oder abstützen war fast nicht mehr möglich. Nach 45 Minuten kontinuierlicher Konzentration, enormer Hitze und am Ende unserer Kräfte kamen endlich die erlösenden Worte von unserem Ausbilder:

Raus, raus, raus!!!

Als kleine Entspannung zwischendurch wurden der richtige Umgang mit dem Hohlstrahlrohr und das Öffnen einer Tür, hinter dem sich das Feuer befand, geübt. Der Ausbilder hat die Trupps mit den Worten Check (Rauchgase abkühlen), Heiß (Feuer ablöschen) und Kalt (in dem Raum vorgehen) auf die bevorstehende Brandbekämpfung vorbereitet.

Zum Abschluss durften wir noch, truppweise, die Brandbekämpfung im dritten Container durchführen. Dafür wurde nochmal richtig eingeheizt, ca. 200°C herrschten jetzt in dem Brandraum. Jetzt konnte das vorab Geübte endlich umgesetzt werden. Ein lautes „CHECK“, „KALT“ und „HEIß“ waren über den ganzen Hof zu hören. Ein toller Tag mit super Ausbildern ging nun leider zu Ende!

Wir (Florian, Adrian und Stefan) sind froh, dass wir an einer leider so seltenen und hervorragenden Ausbildung teilnehmen durften.

Danke!!!

 

 

 

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