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Nachdem ich die weiteren Protokolle durchgeblättert und gelesen hatte, stolperte ich in dem Protokoll vom 27.01.1962 wieder über das „verloren“ gegangene Fass Bier. Auch dieser Auszug aus dem Protokoll erscheint mir für die Nachwelt einfach erhaltenswert:

 

„zu Punkt 3

 

In der Versammlung vom 20.10.1961 wurde über das Faß Bier gesprochen, dass angeblich von der Stadt-Brauerei gestiftet sei, aber bei Gastwirt Rosemüller nicht abgegeben sei. Nach meiner nochmaligen Nachfrage ist ein Faß Bier von der Frau Rosemüller bei der Brauerei angefordert worden, aber nicht für die Freiwillige Feuerwehr ausgeschenkt worden. Bei einer Anfrage bei Herrn Reichpietsch, erklärte uns dieser, dass die Brauerei ein Faß nochmals für die Freiwillige Feuerwehr gestiftet werden sollte. Aber um den Streit mit Herrn Rosemüller beizulegen, soll das Faß Bier auch bei ihm getrunken werden. Da ich mich mit Herrn Rosemüller geeinigt habe, legen wir den Abend des 03.02.1962 fest, bei ihm das Faß Bier (25 Liter) auszuschenken.“

 

Man sieht, dass die damalige Zeit selbstverständlich auch ihre Probleme hatte, allerdings waren diese anderer Gestalt, als sie es heutzutage sind. Die Texte sind so aus den Protokollbüchern übernommen, wie sie dort tatsächlich niedergeschrieben sind. Ich bitte den Leser daher um sein Verständnis für die manchmal nicht einwandfreie Grammatik, aber ich bin davon überzeugt, dass gerade dies das Lesen in besonderem Maße interessant macht.

 

In der Chronologie der Freiwilligen Feuerwehr muss unbedingt festgehalten werden, dass im Jahre 1960 die Feuerwehr in Herberhausen eine fabrikneue Tragkraftspritze erhält. Diese soll bei den großen Bränden im Jahre 1961 eine große Hilfe für die aktiven Mannen darstellen; brannte es in diesem Jahr doch vier Mal: die Stallung bei Mitteldorfs, ein Gebäude beim Sägewerk Kühne an der Knochenmühle, die Scheune der Familie Deilke und die Scheune am Mühlenhof. Hinzu kommt in diesem Jahr auch noch ein in der Jahrhundertchronik zu erwähnendes Hochwasser. In der heutigen Zeit würde man auf einer Jahreshauptversammlung von einem „sehr ereignisreichen Jahr“ sprechen.